Neues vom Horst

… vor vier Wochen schlüpften die Storchenküken auf dem alten Schornstein des NABU-Artenschutzzentrums in Leiferde. „Fridolin“ und „Mai“ hatten die dritte gemeinsame Brut zum Schlupf gebracht – vier winzige Küken zappelten im weichen Nistmaterial der Horstmulde. Allerdings forderte die lang anhaltende Trockenheit der letzten Wochen ihren Tribut.

Kaum 14 Tage alt wurden zwei der Küken von den Altvögeln kurzerhand aus dem Horst geworfen. So grausam dieses Vorgehen auch ist, das ist Natur pur. Warum? Die anhaltende Trockenheit hatte zu einem Mangel an Regenwürmern und Insekten geführt. Auch die umliegenden Feuchtgebiete waren relativ trocken gefallen. Bevor nun vier Küken schwach und unterentwickelt herangezogen werden, wird die Anzahl der Münder dem Nahrungsangebot angepasst und reduziert. Dürrezeiten und anhaltende Regenfälle sind die häufigsten Ursachen für Verluste bei der Storchenaufzucht.

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Zwei verbliebene Storchenküken im Alter von 14 Tagen.

Die überlebenden Küken haben sich gut entwickelt; das Wachstum ist rasant. In den ersten vier Lebenswochen hat sich die Größe vervielfacht. Immer öfter richten sich die Küken auf den Knien auf und durchwandern den Horst. Zunächst mehr stolpernd, mittlerweile recht trittfest. In weiteren vier Wochen ist der erste Ausflug der Jungstörche zu erwarten.

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Knapp vier Wochen alt.

Anders als bei den meisten Vogelarten werden die jungen Küken von den Altvögeln nicht direkt in den Schnabel gefüttert. Vom ersten Tag an würgen die Elternstörche das eingesammelte Futter vor den Jungvögeln aus. Diese picken das Futter wie Hühner auf. Auch die Altvögel bedienen sich aus der Futterablage.

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Schon nach drei Wochen zeichnet sich ein kleiner schwarzer Saum am stummeligen Gefieder ab. Die Schwingen wachsen nun rasch heran und werden immer häufiger auch kurz ausgebreitet.

Inzwischen haben Niederschläge zur Verbesserung des Nahrungsangebots geführt. Auch kleine Frösche werden schon von den Küken verschlungen. Regenschauer machen den Kleinen nichts aus. Dauerregen allerdings gefährdet das Leben der Küken, vor allem, wenn im Horst Plastikfolie verbaut ist und Regenwasser nicht ablaufen kann.

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Wie begossene Pudel warten die vier Wochen alten Küken auf besseres Wetter.

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Schichtwechsel auf dem Horst. „Fridolin“ hat „Mai“ abgelöst, die zur Beschaffung der nächsten Mahlzeit aufbricht. Mittlerweile bleiben die Jungvögel auch schon mal für wenige Minuten allein im Horst. Aber immer ist einer der Altstörche wachsam in Sichtweite des Nachwuchses.

Tagsüber verbringen die Küken etwa die Hälfte der Zeit ruhend, eng aneinander gekuschelt in der weich ausgepolsterten Mulde des Horstes. Während der übrigen Zeit sind die Kleinen eher umtriebig und bewegen sich quer durch den Horst. Auch die Gefiederpflege kommt nicht zu kurz.

(Fotos: © Screenshot Webcam NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, bearbeitet)

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4 Antworten zu Neues vom Horst

  1. Linsenfutter schreibt:

    Eigentlich ein ganz normales Verhalten. Die Altvögel erkennen genau, wer eine Chance zum Überleben hat. Wer nicht, wird aus dem Nest geworfen oder verzehrt. Hart, aber ein Gesetz der Natur. Habe ich oft gesehen und auch fotografiert.

  2. Nicht spurlos schreibt:

    Ein schöner Einblick in ein Storchennest, sonst sie man die Nester wenn überhaupt nur von weiter unten. Aber so… find ich klasse. Danke für die schönen Bilder.

    Inzwischen wird das Nest wohl verwaist sein nehme ich mal an. Ist ja schon wieder einiges an Zeit vergangen.

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