Revierkämpfe und mehr – Halbzeit auf dem Horst

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Friedliche Zweisamkeit auf dem „eigenen“ Horst.

… im niedersächsischen Leiferde werden momentan vier Horste von Storchenpaaren bewohnt. Nach ersten kleineren Auseinandersetzungen um die vermeintlich besten Standorte waren die Eigenheime rasch verteilt. Meist kennt man einander schon und in der Regel werden die Horste aus dem Vorjahr erneut bezogen.

Etwas Unruhe kommt in der örtlichen Population danach wieder auf, wenn von Ende März bis Mitte April die später einstreffenden „Ostzieher“ anlanden und auf der Suche nach einer Bleibe sind. Die meisten Horste sind dann schon vergeben. Noch später eintreffende Störche sind meist unerfahrene und noch nicht brutreife Jungstörche.

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In den letzten Jahren hat sich das Zugverhalten der Störche in unserer Region deutlich in Richtung „Westzieher“ verändert.

Nur mehr ein Viertel der hiesigen Störche nimmt noch den langen, beschwerlichen und gefährlicheren Kurs gen Osten über den Bosporus bis nach Afrika auf sich. Es ist noch nicht lange her, da war das Verhältnis Ost- zu Westzieher umgekehrt.

Bevor ein Storch oder Storchenpaar in mühseliger Arbeit einen komplett neuen Horst aufbaut werden zunächst komfortablere Chancen ausgelotet. Vielleicht ist der vorjährige Brutpartner bereits anwesend und hält einen Horst besetzt? Oder ein potenzieller Brutpartner ist noch solo, oder der Brutpartner aus dem Vorjahr ist zwar neu liiert, lässt sich aber erfolgreich abwerben?

Letzte Möglichkeit vor dem Neubau ist die feindliche Übernahme eines Horstes. Dabei spielt es keine Rolle, ob auf dem Horst bereits das Brutgeschäft begonnen hat. Entsprechend auf der Hut sind die brütenden Besitzer, denn der Verlust des Horstes nach einem brutalen Kampf bedeutet auch den Verlust der Brut. Obsiegende Fremdstörche zerstören die gelegten Eier und werfen die Reste über Bord.

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Ein fremder Storch auf Erkundung. In dieser Situation halten „Mai“ und „Fridolin“ auf dem Horst meist gemeinsam die Wacht.

In diesen Tagen waren wieder ein oder zwei fremde Störche unterwegs und sahen sich längere Zeit in Leiferde um. Platzrunden fliegende Fremdstörche werden genau beobachtet und, wenn sie dem Horst zu nahe kommen, mit zurück gebogenem Hals und lautem Klappern verwarnt.

Für „Fridolin“ und „Mai“ ist nun bis zum ersten erwartbaren Schlupf Halbzeit.

(Fotos: © Screenshot Webcam NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, bearbeitet)

 

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