Wenn der Teide einen Hut trägt

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Wie eine Pudelmütze umhüllt ein Altocumulus lenticularis am 21. Januar den Teidegipfel.

 

… mit 3.718 m ist der Vulkan Pico del Teide auf Teneriffa Spaniens höchster Berg. Der weltweit dritthöchste Inselvulkan ist immer noch aktiv, ruht aber seit längerer Zeit. Die letzten Ausbrüche unweit des Hauptkraters fanden 1909 und 1798 statt.

Hin und wieder ist über den bergigen westlichen Inseln der Kanaren ein Phänomen in Gestalt einer ungewöhnlich geformten Wolke zu sehen. Dabei handelt es sich um eine linsenförmige Wolke, im Fachjargon Altocumulus lenticularis genannt. Im Alpenraum wird diese Wolkenform auch Föhnwolke oder Föhnfisch genannt.

Eine Lenticulariswolke verharrt eine ganze Weile oft ortsfest und erinnert an ein UFO. Manchmal ist die Linsenwolke geschichtet, also aus zwei oder mehr Ebenen bestehend. Gelegentlich treten auch mehrere solcher Linsenwolken gestaffelt auf, in der Regel bei schönstem Wetter. Heute Morgen hatten wir wieder eine solche Linsenwolke über dem Gipfel stehen und zwei, drei weitere als Ausdruck einer Leewelle. Leider waren sie allesamt nicht vollständig ausgebildet.

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Lenticulariswolken entstehen, wenn feuchte Luftmassen angehoben werden und über Berge hinwegziehen.

Das Foto zeigt einen von drei Leewellen-Lentis an einem Abend über dem Orotavatal.

Der Teidehut

Bei dominierenden Solitärbergen – Fujiyama, Popocatépetl, Kilimandscharo, Teide etc. – kann sich eine Lenticulariswolke auch spektakulär um den Gipfel hüllen.

Der Hut auf dem Teide entsteht unter spezifischen Bedingungen, wenn feuchte Meeresluft am Bergmassiv angehoben wird. Mit zunehmender Höhe kühlt sich die Luft ab, überströmt den Gipfel und fällt auf der anderen Seite unter Erwärmung wieder ab. Eine Lenticulariswolke wird sichtbar, wenn in dem Bereich unter und um den Gipfel ein Kondensationsniveau herrscht und die anströmende Luftmasse hinreichend rasch diese Zone passiert.

Bemerkenswert ist, dass die Lenticulariswolke vom Wind durchströmt, aber kaum mit dem Wind fortbewegt wird.

Das Video zeigt eine Lenticulariswolke als Hut auf dem Teide im Zeitraffer. Quelle: AEMet (span. Wetteramt)

 

Umhüllt eine solche Lenticulariswolke den Teidegipfel sagt der Volksmund: Der Teide trägt einen Hut. Der Teide mit aufgesetztem Hut ist ein recht guter Indikator für einen nahenden Wetterwechsel. Nicht jeder nahende Niederschlag wird vorab mit dem Hutphänomen angekündigt. Aber wenn der Teide seinen Hut aufsetzt, ist mit 80 – 90%iger Wahrscheinlichkeit binnen der kommenden 48 Stunden mit Regen zu rechnen. 

 

(oberes Foto: © Wolfgang Kieckbusch, danke Wolfgang; unteres Foto: © eigenes Foto, Dez.´13) 

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7 Antworten zu Wenn der Teide einen Hut trägt

  1. TheHikingHighHeel schreibt:

    Interessante Infos!! Und so ein schönes Bild!!! Sieht wie eine Sahnehaube aus, habe spontan Schlemmergedanken entwickelt ;)!

  2. blumenelfe schreibt:

    Gleicht ein wenig einer milchschaumhaube, sehr hübsch 🙂

  3. Pauline schreibt:

    Das sind ja Klasse-Bilder, lieber Michael, vor allem das mit der Pudelmütze! Grandios! 😀
    Wünsche Dir noch ein schönes, hoffentlich regenloses Wochenende und lasse liebe Grüße hier ♥ Pauline ♥

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